Scheidenpilz Prävention - Canesten®

Scheidenpilz vorbeugen und Infektionen vermeiden

Zusammenfassung
Eine Infektion mit einem Scheidenpilz, medizinisch auch Vaginalmykose genannt, ist eine weit verbreitete, aber in der Regel unproblematische Infektion. Auslöser sind Hefepilze, in den meisten Fällen ist der Übeltäter Candida albicans. Frauen, die eine Vaginalmykose erlebt haben oder öfter unter den typischen Symptomen leiden, möchten dem Scheidenpilz vorbeugen. Eine Scheidenpilzinfektion lässt sich zwar leicht mit Präparaten aus der Apotheke selbst behandeln, trotzdem ist es angenehmer erst gar nicht zu erkranken.

Erfolgreich vorbeugen – Tipps zur Prophylaxe

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich vor einer Scheidenpilzinfektion zu schützen:
  • Reinigen Sie Ihren Intimbereich mit warmem Wasser und verzichten Sie auf Seife und Duschgel.

  • Greifen Sie auf spezielle, parfümfreie Waschlotionen für den Intimbereich zurück.

  • Verwenden Sie ein Extra-Handtuch für Ihren Intimbereich; dieses sollte alle zwei bis drei Tage gewechselt und bei 60 °C gewaschen werden.

  • Durch eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können Sie Ihre Abwehrkräfte stärken.

  • Tragen Sie bevorzugt Unterwäsche aus reiner Baumwolle, die bei höheren Temperaturen gewaschen werden kann (mindestens 60 °C).

Pilze lieben ein feucht-warmes Klima

Die falsche Kleidung begünstigt Scheidenpilz. Unterwäsche aus Kunstfasern ist nur wenig luftdurchlässig und schafft ein feucht-warmes Milieu im Intimbereich. Das bietet dem Scheidenpilz ideale Bedingungen, um sich zu vermehren. Außerdem dürfen diese Fasern nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden. Eventuell vorhandene Pilze bleiben im Material zurück und können die Trägerin immer wieder neu infizieren. Bevorzugen Sie deshalb Wäsche aus Baumwolle. Sie leitet Feuchtigkeit ab und kann hygienisch sauber gewaschen werden. Um Scheidenpilz vorzubeugen, ist es sinnvoll, auf Slipeinlagen zu verzichten. Auch sie behindern die Belüftung und oft verursachen sie kleinste Verletzungen, die dem Pilz als Eintrittspforte dienen. Auch die richtige Wischtechnik nach dem Toilettengang kann Scheidenpilz vorbeugen. Wischen Sie immer von vorn nach hinten, um keine Darmbakterien in den Intimbereich zu bringen.

Scheidenpilz und Hygiene: Bitte nicht übertreiben

Mangelnde Körperpflege ist in der Regel nicht der Grund für eine Scheidenpilzinfektion, auch wenn sich betroffenen Frauen oft unwohl fühlen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Durch übertriebene oder nicht angepasste Hygienemaßnahmen im Intimbereich wird die körpereigene Schutzbarriere geschädigt. Das Milieu in der Scheide verändert sich und der Pilz hat ein leichtes Spiel. Normales Duschgel kann die nützlichen Bakterien schädigen, Pilze sich so leicht vermehren. Sinnvoller sind spezielle Intimwaschlotionen mit Probiotika, die das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora unterstützen. In diesem Video erfahren Sie, wie Sie durch angepasste Intimhygiene Scheidenpilz vorbeugen.

Scheidenpilz und Sex: was Sie wissen sollten

Jucken und Brennen im Intimbereich? Das könnten erste Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion sein. Hier klären die wichtigsten Fragen zu den Themen Geschlechtsverkehr und Partnerschaft bei Scheidenpilz:

Scheidenpilz und Geschlechtsverkehr

Don’t:
  • Geschlechtsverkehr während einer Scheidenpilzerkrankung ist nicht empfehlenswert, unter anderem weil ein Scheidenpilz ansteckend ist. Eine Übertragung von Pilzsporen ist daher möglich und sollte vermieden werden. Wichtig: Auch, wenn sich keine deutlichen Pilzsymptome zeigen, können Pilzsporen übertragen werden. Der Scheidenpilz wird dann immer wieder hin und her übertragen (Ping-Pong-Effekt).
    Hat ein Partner eine Pilzinfektion, gilt es, auf Sex zu verzichten. In der Regel ist der Scheidenpilz mit der richtigen Behandlung nach drei Tagen bereits wieder verschwunden – eine kurze Sexpause also.

  • Dass Scheidenpilz beim Vaginalverkehr übertragen wird, leuchtet vielen ein. Die auslösenden Hefepilze befinden sich in großer Zahl aber auch am Hintern und im Darm, weshalb bei Analsex ein großes Ansteckungsrisiko besteht. Wechseln Sie nicht ungeschützt zwischen Anal- und Vaginalverkehr, um eine Pilzinfektion oder Superinfektion mit Bakterien aus dem Darm zu vermeiden.

  • Verzichten Sie auch auf Oralverkehr, da sich Hefepilze auch in der Mundhöhle des Partners/der Partnerin ansiedeln können.

  • Ist Ihr Intimbereich durch den Pilz gerötet oder wund, verzichten Sie kurzfristig auf Sex.

  • Verzichten Sie bei der Intimpflege auf aggressive Duschgele.

Do:
  • Unterstützen Sie auch nach der Behandlung Ihre Scheidenflora beim Sex mit Befeuchtungs- und Gleitgelen aus Ihrer Apotheke.

  • Nutzen Sie eine milde Intimwaschcreme zur Beruhigung der Haut im Vaginalbereich und zum Schutz der Scheidenflora.

  • Tragen Sie Unterwäsche aus luftigen Naturmaterialien wie z. B. Baumwolle.

  • Benutzen Sie nach Pospielen immer ein neues Sexspielzeug, wenn es anderswo am Körper weitergehen soll. Am sichersten ist es hinsichtlich Scheidenpilz und anderer Infektionen, wenn getrennte Toys für Vaginal- sowie Analverkehr benutzt werden.

Können Männer Scheidenpilz bekommen? Der Genitalpilz beim Mann

Scheidenpilz – das klingt ganz eindeutig nach einer Krankheit, die nur Frauen betrifft. Tatsächlich ist bei ihnen die Infektion wesentlich weiter verbreitet: Acht von zehn Frauen haben mindestens einmal im Leben eine Scheidenpilzinfektion, während nur etwa zwei von zehn Männern im Laufe ihres Lebens an einem Genitalpilz erkranken.

Auslöser für den Genitalpilz beim Mann ist wie beim Scheidenpilz der Frau meistens der Hefepilz Candida albicans. Der Pilz kommt auch in der Hautflora gesunder Menschen vor. Wenn diese jedoch aus dem Gleichgewicht gerät, kann er sich übermäßig vermehren und dann die typischen Anzeichen der Infektion auslösen.

Typische Symptome beim Mann

In aller Regel befällt der Genitalpilz beim Mann Vorhaut und Eichel. Die Symptome sind dabei ähnlich wie bei der weiblichen Pilzinfektion. Zunächst rötet sich die befallene Haut. Die Innenseite der Vorhaut kann zudem anschwellen. Nach wenigen Tagen setzt ein starker Juckreiz ein, häufig auch ein brennender Schmerz, der beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr stärker wird. Bei schweren Infektionen können sich Bläschen auf der Eichel bilden, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Wenn diese Bläschen platzen, nässt die Eichel. Unter der Vorhaut lagern sich mitunter weiße oder gräuliche Substanzen ab, die an einen Ausfluss bei der Frau erinnern. Diese können in einigen Fällen einen unangenehmen Geruch haben.

Wer ist besonders anfällig?

Gefährdet sind vor allem zwei Gruppen: Männer mit einer Vorhautverengung und Männer mit einer geschwächten Immunabwehr, beispielsweise aufgrund einer Grunderkrankung wie Diabetes. Wenn die Vorhaut verengt ist, kann darunter ein Pilz begünstigendes Klima entstehen. Hinzu kommt, dass die Vorhautverengung die Reinigung erschwert. Männer, die immer wieder an Genitalpilz erkranken, sollten unter Umständen über eine Beschneidung nachdenken. Auch im Sommer oder bei häufigem Sport in Kunstfaserhosen besteht die Gefahr von gestauter Feuchtigkeit im Genitalbereich, die eine Pilzinfektion begünstigt.

Behandlung des Genitalpilzes beim Mann

Bei diagnostizierter Entzündung von Eichel und Vorhaut durch Hefepilze sollte eine lokale Behandlung mit dafür geeigneten Präparaten erfolgen, z. B. basierend auf dem Wirkstoff Clotrimazol.

Scheidenpilz – Was bedeutet er für die Partnerschaft?

Scheidenpilz ist eine sehr häufige Krankheit – dennoch reden die betroffenen Frauen nur selten offen darüber. Aus Scham verschweigen sie – gerade dem Partner/der Partnerin gegenüber – die Erkrankung, obwohl in Bezug auf das Sexualleben viele Fragen aufkommen. Ist der Scheidenpilz durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragbar?

Ist Scheidenpilz eine Geschlechtskrankheit?

Typischerweise nicht. Vielmehr erfolgt die Infektion meist über Sporen aus dem Darm oder ist die Folge einer geschwächten Abwehr. Allerdings sollte Ihr Partner/Ihre Partnerin sich untersuchen lassen, wenn Sie sich immer wieder infizieren. Denn es besteht die Möglichkeit, dass er/sie die Pilzerreger trägt, ohne die Symptome der Infektion auszubilden.

Muss mein Partner/meine Partnerin mitbehandelt werden, wenn ich an einer Scheidenpilzinfektion leide?

Männer sind nicht besonders anfällig für Pilzinfektionen im Genitalbereich – dennoch kann es vorkommen, dass der Penis des Mannes von einem Hefepilz wie Candida albicans besiedelt ist, ohne dass Symptome auftreten. Beim Sex wird der Pilz dann immer wieder auf die Partnerin übertragen und es kommt zu einem Pingpongeffekt. Eine Mitbehandlung des Partners kann bei häufig wiederkehrenden Infektionen deshalb durchaus sinnvoll sein. Auch am Mund können sich Pilze ansiedeln. Vorsicht deshalb auch bei Oralverkehr, der ebenso gut eine Ping-Pong-Infektion in Gang bringen kann.

Wie kann mein Partner/meine Partnerin einer Infektion durch Scheidenpilz vorbeugen?

Eine gute Hygiene ist während einer Scheidenpilzinfektion wichtig. Grundsätzlich ist die Scheide ein sich selbst reinigendes Organ, das in Sachen Sauberkeit keine „Hilfe von außen“ benötigt. Bei der täglichen Körperpflege ist es deshalb ausreichend, nur die äußere Intimregion zu waschen. Beherzigen Sie dabei am besten das Motto: Weniger ist mehr. Reinigen Sie die Intimregion sanft mit einer speziellen Intimwaschlotion oder lediglich mit Wasser damit das natürliche Milieu nicht gestört wird. Männer sollten darauf achten, ihren Penis regelmäßig mit Wasser und einer milden, pH-neutralen Waschlotion zu reinigen und diesen danach gewissenhaft abzutrocknen.

Kann ein betroffener Mann die Frau beim Sex anstecken?

Eine Ansteckung der Frau durch den Mann ist selten, selbst wenn der Mann mit einem Penispilz infiziert ist. Es sind meist Erreger aus dem Darmbereich, die bei einer Frau einen Scheidenpilz hervorrufen. Diese können zu einer erneuten Scheidenpilzinfektion führen.

Kann ich trotz Scheidenpilz schwanger werden?

Ja, eine Infektion mit Scheidenpilz verhindert die Schwangerschaft nicht. Medizinisch spricht auch nichts dagegen, trotz des Pilzbefalls Sex zu haben. Allerdings sorgen die Symptome wie der starke Juckreiz im Intimbereich dafür, dass die meisten betroffenen Frauen eher keine Lust auf sexuelle Kontakte haben.
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