Schwarzer Tee als Hausmittel gegen bakterielle Vaginose?

Schwarzer Tee entsteht in einem speziellen Verarbeitungsverfahren aus grünen Teeblättern. Bei der Ernte hochwertiger Teesorten pflücken die Feldarbeiter lediglich die Knospe eines Teezweigs und die beiden unmittelbar folgenden Blätter. In einem 10- bis 20-stündigen Vorgang des Welkens verlieren die Teeblätter unter ständiger Belüftung etwa ein Viertel ihres 73- bis 80-prozentigen Wasseranteils. Die dabei stattfindenden chemischen Reaktionen bereiten die anschließende Fermentation des Tees vor. Im Anschluss erfolgt das Rollen der Teeblätter. Bei dem mechanischen Vorgang brechen die Blattzellen auf und geben den Zellsaft frei, der reich an ätherischen Ölen ist. Während der Fermentationsphase erreicht die als Oxidation bezeichnete Reaktion zwischen Sauerstoff und den Inhaltsstoffen des Teeblattes ihren Höhepunkt. Die folgende Trocknung mit bis zu 95 °C heißer Luft bricht die Fermentation ab und reduziert den Feuchtigkeitsgehalt der Blätter noch einmal auf etwa drei bis vier Prozent. Das Sortieren nach unterschiedlichen Blattgrößen schließt den Verarbeitungsprozess ab. Das Endprodukt kommt als schwarzer Tee in den Handel und ist Grundlage für ein erfrischendes, muntermachendes und – in üblichen Mengen genossen – gesundes Getränk. Als Hausmittel gegen bakterielle Vaginose eignet sich schwarzer Tee jedoch nicht.

Inhaltsstoffe in schwarzem Tee

Grüne Teeblätter enthalten Catechine aus der Gruppe der Flavonoide. Als sekundäre Pflanzenstoffe haben sie die Aufgabe, für den Schutz und die optimale Anpassung der Pflanze an die Umwelt zu sorgen. Während der Verarbeitung von grünem zu schwarzem Tee bilden die chemischen Reaktionen der Fermentation die Catechine zu Theaflavinen um. Ihre medizinische Wirkung ist Gegenstand der Forschung und aktuell noch nicht erschöpfend untersucht. Als Mitglieder der Familie der Polyphenole sollen Theaflavine über ein antioxidatives und entzündungshemmendes Potenzial verfügen und darüber hinaus antibakterielle Effekte erzielen.

Hausmittel schwarzer Tee: Wunderwaffe gegen Pickel & Co.?

Die Annahmen über die Eigenschaften seiner Inhaltsstoffe begründen den Ruf von schwarzem Tee als wirksames Mittel bei unterschiedlichen entzündlichen Erkrankungen. Die Behandlungsempfehlungen reichen vom Auflegen eines Teebeutels auf das Auge bei Bindehautentzündung bis hin zu Masken, die sich – wahlweise als mit Quark angerührter Teesud oder als ausgekochter Teebeutel – bei der Bekämpfung von Pickeln bewähren sollen. Mit seinem antimikrobiellen Effekt soll das Hausmittel schwarzer Tee auch in der Therapie der bakteriellen Vaginose hilfreich sein. Eine Spülung der Scheide oder gar der berüchtigte getränkte Tampon sollen für den Ausgleich der mikrobiologischen Balance in der Scheidenflora sorgen. Wie das im Detail funktionieren könnte, bleibt freilich im Dunklen. Die Behandlung der bakteriellen Vaginose mit schwarzem Tee ist nicht nur offenkundig wirkungslos, sondern hat das Potenzial, das ohnehin mitgenommene Scheidenmilieu weiter zu strapazieren. Handelsüblicher schwarzer Tee kann Zusatzstoffe enthalten, die die Haut verstärkt belasten und zu Unverträglichkeitsreaktionen führen können.

Bei bakterieller Vaginose auf Hausmittel verzichten

Auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse erarbeitet die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eindeutige Therapieempfehlungen für die Behandlung der bakteriellen Vaginose. Spezialisten des Fachgebiets überprüfen die Leitlinien laufend und passen sie dem aktuellen Stand der Forschung an. Hausmittel wie schwarzer Tee gehören allen seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge nicht dazu.

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Letzte Änderung: 14.06.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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