Lässt sich bakterielle Vaginose mit Joghurt behandeln?

Joghurt ist ein Nahrungsmittel aus vergorener Milch. Bei seiner Herstellung kommen in den meisten Fällen Milchsäurebakterien aus den Familien Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus zum Einsatz. Nach dem Zusetzen von Joghurtkulturen findet in der geimpften Milch durch die Aktivität der Mikroorganismen ein Gärungsprozess statt. Die Laktobazillen bauen Milchzucker ab, und ihre Stoffwechselprozesse führen zu einer Säuerung und Verdickung der Milch, bis schließlich Joghurt in seiner typisch festen Konsistenz entsteht. Naturjoghurt enthält Kalzium, Eiweiß sowie Vitamin B12 und gilt als wertvoller Bestandteil eines vielseitigen Speiseplans, der unter anderem für die Gesundheit der Knochen eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus können Milchsäurebakterien, die den Magen unbeschadet passieren, einen günstigen Einfluss auf die Darmfunktion nehmen. Joghurt kann seine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten, wenn er entsprechend seiner Bestimmung beim Essen über den Verdauungsapparat in den Körper gelangt. Hingegen ist nichts über positive Effekte bekannt, wenn das Hausmittel Joghurt auf der Oberfläche von Haut und Schleimhaut oder in präparierten Tampons sogar in der Scheide zum Einsatz kommt.

Joghurt ist kein Mittel gegen bakterielle Vaginose

Ein kritischer Blick auf seine Eigenschaften als Nahrungsmittel sollte genügen, um festzustellen, dass Joghurt als Hausmittel zur Behandlung einer bakteriellen Vaginose keine gute Figur macht. Wenn eine bakterielle Vaginose diagnostiziert ist, herrscht in der Scheide ein mikrobiologisches Ungleichgewicht. Infolge von psychosozialem Stress oder aufgrund äußerer Einflüsse ziehen sich nützliche Laktobazillen mitunter aus der natürlichen Scheidenflora zurück und überlassen das Feld anderen, meist anaerob – also unter Ausschluss von Sauerstoff – lebenden Bakterienstämmen. Um die Fehlbesiedlung des Scheidenmilieus zu korrigieren, hat eine medizinisch wirksame Therapie zunächst das Ziel, die Zahl unerwünschter Bakterien wieder zu verringern. Hierzu werden im Allgemeinen Antibiotika wie Metronidazol oder Clindamycin als Vaginalgel und in Tablettenform und/oder milchsäurehaltige Vaginalgele eingesetzt. Joghurt hingegen ist ein Lebensmittel, das keinerlei antimikrobielle Wirkung entfaltet, und wäre der Aufgabe, anaerobe Bakterien an Ort und Stelle zu bekämpfen, auf keinen Fall gewachsen.

Probiotika bei bakterieller Vaginose

Begleitend zu einer bakteriellen Vaginose legt sich ein dichter Biofilm unterschiedlicher Mikroorganismen auf die Oberfläche der Vaginalschleimhaut. Dieser überdauert dort, auch nachdem eine Therapie eventuelle Krankheitszeichen beseitigt und den normalen pH-Wert wiederhergestellt hat. Das für die bakterielle Vaginose typische Phänomen trägt wesentlich zu wiederkehrenden Störungen des mikrobiologischen Gleichgewichts im Scheidenmilieu bei. Die medizinischen Leitlinien zur Behandlung der bakteriellen Vaginose empfehlen deshalb nach einer Therapie mit Antibiotika die Anwendung von Probiotika, um einer erneuten Dysbalance vorzubeugen.

Nur bestimmte Lactobacillus-Stämme sind geeignet

Bei Probiotika, die sich in der Behandlung und in der Nachsorge der bakteriellen Vaginose bewähren, handelt sich um medizinisch entwickelte und in Studien erprobte Präparate, die spezifische Stämme von Milchsäurebakterien enthalten. Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus reuteri und Lactobacillus plantarum gehören zu den Bakterienfamilien, deren günstiger Einfluss auf das Scheidenmilieu wissenschaftlich erprobt ist. Joghurt ist nicht dafür bekannt, Vertreter dieser Lactobacillus-Stämme zu enthalten. Hingegen finden sich in handelsüblichen Joghurterzeugnissen häufig Zusatzstoffe wie Konservierungs-, Binde- und Verdickungsmittel. In seiner typischen Zusammensetzung ist Joghurt bei äußerlicher Anwendung in der Scheide bestenfalls nutzlos und schlimmstenfalls schädlich – nämlich dann, wenn unerwünschte Inhaltsstoffe das ohnehin strapazierte Scheidenmilieu zusätzlich belasten.

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Letzte Änderung: 14.06.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

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