Prämenstruelles Syndrom: Beschwerden an den Tagen vor den Tagen

Die meisten Frauen kennen Symptome wie Abgeschlagenheit, Stimmungstiefs und körperliche Beschwerden an den Tagen vor den Tagen. Verdichten sich Schwankungen des Wohlbefindens zu einem vielschichtigen Beschwerdebild, spricht der Arzt von einem prämenstruellen Syndrom (PMS). Geeignete Therapien und bewusste Prävention können helfen, den periodischen gesundheitlichen Einschränkungen gegenzusteuern.

Die Frauenmedizin kennt ein ganzes Bündel gesundheitlicher Beeinträchtigungen, die eng mit der Periodik des weiblichen Monatszyklus verbunden sind. Einschränkungen des Wohlbefindens in der Zeit vor der Monatsblutung sind nicht ungewöhnlich. Etwa drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter berichten in dieser Zeit über mehr oder weniger starke Schwankungen des körperlichen und seelischen Gleichgewichts. Eine Vielzahl von über 150 physischen und psychischen Symptomen gilt als typisch für die Tage vor den Tagen und zeigt sich insbesondere bei Frauen in einem Alter von über 30 Jahren. Häufig haben Betroffene schon 10 bis 14 Tage vor Beginn der nächsten Menstruationsblutung mit Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Depressionen, Schmerzen, Wassereinlagerungen (Ödemen), Gewichtszunahme oder Verdauungsstörungen zu kämpfen. Am ersten oder zweiten Tag der Regelblutung zieht sich der Spuk wieder zurück, um sich pünktlich im neuen Zyklus erneut einzustellen. In etwa 25 % der Fälle verdichten sich ausgesprochen starke Symptome zu einem komplexen Krankheitsbild. Der Arzt spricht in diesen Fällen von einem prämenstruellen Syndrom (PMS). Bei weiteren 5 % der betroffenen Frauen ist die gesundheitliche Störung so ausgeprägt, dass der soziale Alltag eingeschränkt wird und die Lebensqualität deutlich leidet. Ein prämenstruelles Syndrom entwickelt sich dann zur prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) und verursacht bei betroffenen Patientinnen einen erheblichen Leidensdruck. Um den Beschwerden gegenzusteuern, ist bei PMS eine Behandlung möglich, die auf eine Änderung der Lebensweise zielt, Psychotherapie einsetzt und darüber hinaus auf hormonelle oder medikamentöse Therapien zurückgreift.

PMS: Ursachen

Obwohl die medizinische Forschung sich intensiv darum bemüht, die Mechanismen zu ergründen, die ein prämenstruelles Syndrom auslösen, liegen die Ursachen für die Beschwerden nach wie vor weitgehend im Dunkeln. Eine Abhängigkeit zwischen der zyklusabhängigen Störung und ethnischer Herkunft, Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kulturkreis oder sozialem Status konnte die medizinische Forschung bislang nicht nachweisen. Die Vielfalt der möglichen Beschwerden lässt vermuten, dass ein prämenstruelles Syndrom als multifaktorielle Störung auf unterschiedliche Einflussfaktoren zurückgeht. Fachleute sprechen deshalb in Zusammenhang mit dem PMS über eine psychoendokrine Fehlfunktion (Dysfunktion) und sehen deren Ursachen

  • in der Psyche,
  • im Nervensystem und
  • in der hormonellen Steuerung.

Die wissenschaftliche Vermutung lautet, dass Querverbindungen zwischen der Produktion von Geschlechtshormonen und der Funktion anderer wichtiger Hormone und Neurotransmitter im Körper bestehen. Die periodischen Schwankungen im Monatszyklus machen das empfindliche Gesamtsystem störanfällig.

  • Die hormonellen Veränderungen beeinflussen die Aktivität des „Glückshormons“ Serotonin. Die Konzentration des Botenstoffs – der unter anderem auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Stimmung und den Appetit wirkt – nimmt nach dem Eisprung rapide ab.
  • Anlagebedingt oder begünstigt durch besondere Belastungen kann in der zweiten Zyklushälfte die sinkende Östrogenausschüttung bei gleichzeitig steigender Produktion des Gelbkörperhormons Gestagen körperliche Beschwerden verursachen.
  • Die Zunahme des Hormons Prolaktin nach dem Eisprung regt ein Anschwellen der Brustdrüsen an, das in manchen Fällen mit Schmerzen verbunden ist.

Einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung eines prämenstruellen Syndroms haben die Lebensgewohnheiten. Es gilt als unumstritten, dass

  • ausreichend Bewegung die Beschwerden mildern kann,
  • bei PMS die Ernährung eine wichtige Rolle spielt und viel Zucker, Koffein und Alkohol sich negativ auf das zyklisch schwankende Wohlbefinden auswirken,
  • Nikotin das PMS begünstigt.

Ein weiterer Risikofaktor für verstärkte Beschwerden bei PMS ist Stress. Eine bewusste Lebensführung und Zeiten gezielter Entspannung im Alltag sorgen für den geeigneten Ausgleich.

PMS: Diagnose

Ein prämenstruelles Syndrom verursacht ähnliche Beschwerden wie der Eintritt in die Wechseljahre oder manche Schilddrüsenerkrankung. Der Arzt wird deshalb in einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung die Symptome seiner Patientin abklären, um bei PMS die Diagnose abzusichern. Eine Hormonanalyse und weitere Laboruntersuchungen geben Aufschluss über die körperlichen Vorgänge. Hilfreich für die Untersuchung des individuellen Beschwerdeverlaufs ist ein sorgfältig geführter Regelkalender. Er zeigt an, an welchen Tagen im Monatszyklus die Symptome mit welcher Intensität auftreten, und gibt Hinweise darauf, welche Einflüsse die Beschwerden lindern oder – im Gegenteil – verschlimmern. Die Übersicht unterstützt die Auswahl einer individuell abgestimmten Behandlung und macht es betroffenen Frauen leichter, sich so weit wie möglich auf die kritischen Tage einzustellen.

PMS: Behandlung und Vorbeugung

Liegt die gesicherte Diagnose für ein prämenstruelles Syndrom vor, stehen unterschiedliche therapeutische Möglichkeiten offen.

  • Hormonelle Verhütungsmittel, die einen Eisprung verhindern, können auslösende Faktoren für ein PMS ausschalten.
  • Schmerzmittel können bei Kopf-, Rücken- und Brustschmerzen hilfreich sein. Frauen, die unter einer sehr starken Monatsblutung leiden, sollten aber auf den blutverdünnenden Wirkstoff ASS (z. B. in Aspirin) verzichten.
  • Gegen Beschwerden durch vermehrte Wassereinlagerungen können Kalzium oder Vitamin E wirksam sein.
  • Bei starken seelischen Verstimmungen wird der Arzt erwägen, ein Antidepressivum zu verschreiben.
  • Pflanzliche Arzneimittel können die Beschwerden lindern und sind gleichzeitig nebenwirkungsarm. Mönchspfeffer (Agnus castus) eignet sich zur Behandlung von Brustschmerzen. Johanniskraut bewährt sich als natürlicher Stimmungsaufheller und lindert depressive Verstimmungen, Ängste und nervöse Unruhe.

Eine entscheidende Bedeutung kommt der Alltagsgestaltung und den Lebensgewohnheiten zu.

  • Als wichtiger Einflussfaktor, der das Wohlbefinden spürbar steigern kann, gilt bei PMS die Ernährung. Der Verzicht auf Salz, Schokolade, Koffein und Alkohol zugunsten einer vitamin- und mineralstoffreichen Kost kann zur Besserung des Allgemeinzustands beitragen und die Beschwerden im Monatszyklus verringern. Mahlzeiten, die überwiegend ungesättigte Fettsäuren enthalten, sowie Ergänzungen von Vitamin B und Magnesium haben positive Effekte auf die Stimmungslage und wirken gegen Brustschmerzen, Wassereinlagerungen und Heißhungerattacken.
  • Sport fördert die Durchblutung, lockert Krämpfe der Gebärmutter und befreit dadurch von Schmerzen im Unterbauch und Rücken. Ausdauernde Bewegung beim Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen setzt Endorphine frei, verstärkt die Bildung des Botenstoffs Serotonin und fördert das Glücksgefühl.

Eine besondere Erleichterung wird Ihnen an den Tagen vor den Tagen die Fähigkeit zu bewusster Entspannung bringen. Yoga, Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sind Techniken, die Sie einüben können, um gezielt Stress abzubauen und das seelische Gleichgewicht positiv zu beeinflussen.

Top

Letzte Änderung: 25.01.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Bayer Vital GmbH, 51368 Leverkusen, Deutschland