Hausmittel Bockshornklee: wirksam bei bakterieller Vaginose?

Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Aus dem südlichen Europa, dem Nahen Osten und Ostasien kommend, hat sich der Hülsenfrüchtler bis in den Süden und in die Mitte Deutschlands ausgebreitet und wächst in diesen Regionen wild. Bockshornklee wird in kleinen Mengen kultiviert, weil die Samen naturheilkundlich Anwendung finden. Sie enthalten unter anderem Vitamin A und D, Lecithin sowie Saponine, die die Eigenschaft haben, zu schäumen und als Detergens, also reinigungsunterstützend, zu wirken. In Bezug auf die medizinische Nutzbarkeit stehen unterschiedliche Vermutungen im Raum: Bockshornklee soll möglicherweise der Schädigung dopaminsensibler Nervenzellen im Gehirn bei Parkinsonerkrankungen entgegenwirken. Zu den angenommenen Effekten gehört der Schutz vor Leberschädigungen und Dickdarmkrebs. Darüber hinaus wird den Bockshornkleesamen ein günstiger Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel bei Diabetes mellitus und eine Milchfluss fördernde Wirkung bei stillenden Müttern nachgesagt. Aufgrund welcher Eigenschaften sich Bockshornklee als Hausmittel gegen bakterielle Vaginose bewähren soll, bleibt rätselhaft.

Keine klare Definition der Wirkung

Empfehlungen der Pflanzenheilkunde und Homöopathie vermitteln den Eindruck, Bockshornklee sei eine wahre Wunderwaffe im Einsatz für das körperliche Wohlbefinden. Vom Abszess über Arthrose, Bluthochdruck, Ekzeme, Neurodermitis, Durchfall, Verstopfung, Entzündung bis hin zu Magengeschwüren, Mundfäule, Rheumatismus und Darmparasiten scheint es kaum ein körperliches Übel zu geben, mit dem es das Kraut nicht aufnehmen könnte. Tatsächlich zählt für Naturheilkundler auch die bakterielle Vaginose zu den Indikationen einer Behandlung mit Bockshornklee. Über die Mechanismen einer möglichen Wirkung lässt sich jedoch nur spekulieren. Die Empfehlung sieht keine lokale Anwendung, sondern die Einnahme von Präparaten als Tee oder Aufguss vor. Ein erwünschter Effekt soll sich also aus dem Körperinneren einstellen und eher auf eine generelle Stärkung des Organismus und allgemein antibakterielle Eigenschaften zurückzuführen sein. Die nebulöse Definition lässt reichlich Raum für Zweifel an einer nachprüfbaren Effektivität gegen das mikrobiologische Ungleichgewicht im Scheidenmilieu bei bakterieller Vaginose.

Stressbewältigung wirkt bei bakterieller Vaginose vorbeugend – Bockshornklee nicht

Unterschiedliche Faktoren stehen im Verdacht, die für die bakterielle Vaginose typische Störung der Keimbesiedlung in der Scheidenflora zu verursachen. Psychosozialer Stress gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die Entgleisung des mikrobiologischen Gleichgewichts. Unter dem Gesichtspunkt einer gezielten Stressbewältigung können präventive Maßnahmen zur Stärkung von Körper und Seele durchaus sinnvoll sein, um einer bakteriellen Vaginose vorzubeugen. Strategien bewusster Entspannung wie Yoga, Tai Chi, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sind Techniken, die einer Überbelastung im Alltag und den damit verbundenen körperlichen Symptomen erfolgreich entgegenwirken können. Über eine vorbeugende Wirkung von Bockshornklee gibt es hingegen keinerlei Erkenntnisse. Sicher ist gegen den Verzehr der Samen als schmackhafte Zutat beispielsweise in Brot, Käse und Curry nichts einzuwenden. Medizinische Effekte sind jedoch nicht zu erwarten.

Lieber nicht ins Bockshorn jagen lassen

Steht die Diagnose einer bakteriellen Vaginose fest, geht es zunächst darum, die unerwünschten Keime im Scheidenmilieu wieder zurückzudrängen. Bockshornklee ist dieser Aufgabe zweifellos nicht gewachsen. Um die Symptome der bakteriellen Vaginose zu bekämpfen, setzen Sie lieber auf ein milchsäurebasiertes Gel, das Sie intravaginal anwenden. So kann sich das pH-Niveau der Vagina innerhalb kurzer Zeit wieder normalisieren. Von Versprechungen in Bezug auf die Wirksamkeit von Hausmitteln sollten sich Frauen im Ernstfall hingegen nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Top

Letzte Änderung: 14.06.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Bayer Vital GmbH, 51368 Leverkusen, Deutschland