Bakterielle Vaginose: Helfen Hausmittel?

Infektionen im Intimbereich stellen für viele betroffene Frauen nach wie vor ein Tabuthema dar. Daher verspüren sie den Wunsch, beispielsweise eine bakterielle Vaginose durch Hausmittel zu therapieren – in der Hoffnung, dass dies den Gang zur Apotheke erspart. Außerdem sind Hausmittel diskret, preiswert und leicht zu beschaffen – der Wunsch nach dieser Form der Therapie ist also durchaus nachvollziehbar. Aber was ist dran an den angeblichen Hausmitteln gegen bakterielle Vaginose?

Weit verbreitet und weitestgehend verschwiegen

Die bakterielle Vaginose gehört zu den am häufigsten vorkommenden gynäkologischen Erkrankungen erwachsener Frauen vor der Menopause. Aber wer darunter leidet, spricht aus Scham nicht gern darüber. Noch immer gilt die Infektion, die oftmals mit einem unangenehm riechenden Ausfluss einhergeht, mitunter als ein Anzeichen für mangelnde Hygiene. Dass das nicht stimmt, ist inzwischen längst erwiesen. Bakterielle Vaginose kann durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, zählt aber nicht zu den Geschlechtskrankheiten. Da diese Infektion auch Frauen und Mädchen betrifft, die keinen Geschlechtsverkehr hatten. Möglich ist dies, wenn Bakterien aus dem Darm oder den Harnwegen in die Scheide gelangen und dort unter ungünstigen Voraussetzungen zu einer Erkrankung führen.

Trotzdem begeben sich Betroffene nach wie vor – meist im Internet – auf die Suche nach Informationen darüber, welche Hausmittel die bakterielle Vaginose zurückdrängen können. Dabei kommen die erstaunlichsten, zum Teil regelrecht absurd anmutenden Rezepte zutage, die aber leider wirkungslos sind. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl.

Bakterielle Vaginose: Hausmittel, die angeblich Wunder wirken

Weil sich die Infektion im Inneren der Scheide abspielt (nur sehr selten sind auch die äußeren Genitalien betroffen), müssen bei der bakteriellen Vaginose die Hausmittel meist in die Scheide eingeführt werden. Dies soll mithilfe eines Tampons oder per Hand geschehen. Genannt werden hierfür unter anderem:

  • Joghurt, der aufgrund der enthaltenen Bakterienkulturen ein saures Milieu erzeugen soll
  • Milch, deren Milchsäurebakterien angeblich die krank machenden Bakterien zurückdrängen
  • schwarzer Tee, der vermeintlich ein natürliches Antibiotikum ist.
  • ein Gemisch aus Oregano- und Olivenöl, das die Bakterien ebenfalls zurückdrängen soll
  • fein gehackter Knoblauch, dem eine antibakterielle Wirkung nachgesagt wird.

Alternativ nennen die Verfechter dieser Therapien gegen die bakterielle Vaginose auch Hausmittel, die in Form von Sitzbädern angewendet werden sollen. Das sind zum Beispiel:

  • Apfelessig, dessen Säure den pH-Wert in der Scheide auf ein bakterienfeindliches Niveau absenken soll,
  • Teebaumöl, dem antibakterielle und antimykotische (Pilz abwehrende) Wirkungen nachgesagt werden.

Und schließlich werden gegen die bakterielle Vaginose Hausmittel empfohlen, die oral eingenommen werden sollen. Hier ist vor allem der Samen des Bockshornklees zu nennen. Dieser soll als kalter oder heißer Aufguss getrunken oder mit Joghurt gegessen werden, was angeblich den Säurewert in der Scheide erhöht und dadurch die bakterielle Infektion zurückdrängt.

Kann die bakterielle Vaginose durch Hausmittel tatsächlich geheilt werden?

Eine Wirksamkeit ist für keines der genannten Mittel medizinisch nachweisbar. Es ist daher praktisch unmöglich, dass diese Hausmittel ganze Bakterienstämme zurückdrängen.

Stattdessen drohen vielmehr ernsthafte Nebenwirkungen, weil weitere Keime in die Scheide gelangen. Joghurt und Milch beispielsweise enthalten zwar Milchsäure, sind aber abgesehen davon nicht steril. Die Gefahr, dass weitere Erreger die Vaginose verschlimmern, ist daher nicht zu unterschätzen. Zudem ist der Milchsäuregehalt im Vergleich zu den Zäpfchen deutlich geringer. Substanzen wie Essig oder Knoblauch hingegen können die empfindlichen Scheidenschleimhäute reizen und dadurch die Scheidenflora noch mehr stören.

Stattdessen lieber in die Apotheke

Im besten Falle bewirken die Hausmittel gegen bakterielle Vaginose gar nichts – sie gehen jedoch immer mit einer Verzögerung der Behandlung mit wirksamen Medikamenten einher. Unbehandelt kann die Vaginose aufsteigen und die Eileiter oder die Gebärmutter infizieren. Bei Schwangeren besteht die Gefahr einer Frühgeburt.

Deshalb gilt für die bakterielle Vaginose: Hausmittel sind keine Lösung! Betroffene sollten so früh wie möglich mit einer Therapie mit einem milchsäurehaltigen Gel beginnen, das rezeptfrei in der Apotheke erworben werden kann.

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Letzte Änderung: 25.01.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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