Nagelpilz mit Tabletten behandeln: Vor- und Nachteile der systemischen Therapie

Die Infektion mit einem Nagelpilz ist eine hartnäckige Erkrankung, die zudem mit einem hohen psychischen Leidensdruck einhergeht. Der Wunsch nach einer schnell wirksamen und zuverlässigen Therapie ist deshalb die Hauptmotivation, wenn die Betroffenen sich für eine Behandlungsmethode entscheiden müssen. Eine Möglichkeit besteht darin, den Nagelpilz mit Tabletten von innen heraus zu behandeln. Da hierbei die Pilz bekämpfenden Wirkstoffe nicht nur lokal, sondern im gesamten Körper zur Anwendung kommen, spricht man in diesem Fall von einer systemischen Therapie.

Wann werden Tabletten gegen Nagelpilz eingesetzt?

Die Entscheidung, den Nagelpilz mit Tabletten zu behandeln, trifft immer ein Arzt. Betroffene sollten diesen aufsuchen, wenn

  • mehr als zwei Drittel der Nagelplatte oder
  • mehr als drei Nägel gleichzeitig

infiziert sind. Der zuständige Facharzt ist der Dermatologe (Hautarzt).

Nagelpilz-Tabletten: Diese Wirkstoffe kommen zum Einsatz

Soll der Nagelpilz mit Tabletten behandelt werden, so kommen in den meisten Fällen Griseofulvin, Itraconazol oder Terbinafin zum Einsatz. Der Wirkstoff Itraconazol hat sich vor allem bei der Bekämpfung von Infektionen mit Hefe- oder Schimmelpilzen bewährt. Die überwiegende Zahl der Nagelpilz-Infektionen wird allerdings durch Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht, die sich besser mit Terbinafin oder Griseofulvin bekämpfen lassen. Bei besonders hartnäckigen Infektionen, wenn die genannten Wirkstoffe nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, werden auch Nagelpilz-Tabletten mit Fluconazol verordnet.

So wirken Tabletten gegen Nagelpilz

Wird der Nagelpilz mit Tabletten behandelt, so gelangt der jeweilige Wirkstoff zunächst in den Magen-Darm-Trakt. Dort wird er über die Schleimhäute aufgenommen und über den Blutkreislauf weiter transportiert. Die antimykotischen Medikamente greifen in den Zellstoffwechsel der Pilze ein und verhindern dadurch deren weitere Vermehrung. Wird der Wirkstoff Fluconazol in sehr hoher Dosis eingenommen, vermag er auch die Pilze unmittelbar abzutöten. Damit die gewünschte Wirkung einsetzt, müssen die Nagelpilz-Tabletten über mehrere Monate hinweg eingenommen werden. Bei Fluconazol beträgt die Einnahmedauer zwischen sechs und zwölf Monaten, bei Itraconazol drei Monate, bei Terbinafin vier Monate.

Vorteile der Nagelpilz-Tabletten

Auch schwere Formen von Nagelpilz können mit Tabletten in Kombination mit einer lokalen Therapie erfolgreich behandelt werden.

Nachteile der Nagelpilz-Tabletten

Den Vorteilen steht jedoch auch eine ganze Reihe von Nachteilen gegenüber. Zunächst einmal dauert die Behandlung mit Nagelpilz-Tabletten mehrere Monate, was dem Wunsch der Betroffenen nach einer raschen Verbesserung entgegensteht. Außerdem sind Tabletten gegen Nagelpilz immer verschreibungspflichtig. Eine Behandlung in Eigenregie ist somit nicht möglich. Um das passende Medikament auszuwählen, ist es häufig nötig, dass der Arzt zunächst eine Pilzkultur anlegt und den genauen Erregertyp bestimmt. Hierdurch kann sich der Behandlungsbeginn verzögern. Der größte Nachteil der systemischen Therapie sind jedoch deren Neben- und Wechselwirkungen.

Mögliche Nebenwirkungen der Nagelpilz-Tabletten

Je nachdem, um welches Präparat es sich handelt, können u. a. folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautausschläge
  • Schlafstörungen
  • Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Leberschäden

Zudem besteht das Risiko, dass Wechselwirkungen mit verschiedenen anderen Arzneimitteln auftreten, unter anderem bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten Antidepressiva, Herz- und Blutdruckmedikamenten. Die Einnahme von Säurehemmern kann die Aufnahme von Itraconazol beeinträchtigen oder ganz verhindern. Angesichts der langen Einnahmedauer sprechen die häufig auftretenden Neben- und Wechselwirkungen nicht unbedingt für die systemische Nagelpilz-Therapie.

Nagelpilz mit Tabletten behandeln: Lassen Sie es nicht erst soweit kommen

Die gute Nachricht ist: Sie haben es selbst in der Hand, ob Ihr Nagelpilz so schlimm wird, dass er mit Tabletten behandelt werden muss. Denn die Infektion beginnt immer schleichend und breitet sich erst allmählich aus. Wenn Sie sehr genau auf Ihre Nägel achten, werden Sie schon frühzeitig die ersten Symptome erkennen. Dann können Sie den Pilz mit geeigneten Medikamenten zur lokalen Anwendung erfolgreich in Eigenregie behandeln.

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Letzte Änderung: 14.06.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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