Scheidenpilz in den Wechseljahren

Die hormonelle Aktivität des Körpers übt einen entscheidenden Einfluss auf das Ökosystem der weiblichen Scheide aus. In der Lebensspanne zwischen der ersten Periode in der Pubertät (Menarche) und der letzten Regelblutung in den Wechseljahren (Menopause) bestimmt das Auf und Ab des Östrogenspiegels das Geschehen in der Vaginalflora. Unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons lagern die Zellen der Scheidenschleimhaut Zucker ein und bieten auf diese Weise den im Scheidenmilieu dominierenden Milchsäurebakterien (Laktobazillen) ihre unentbehrliche Lebensgrundlage. Laktobazillen verwerten Zucker und setzen als Stoffwechselprodukt Milchsäure frei. Der Vorgang erzeugt eine saure Umgebung in der Scheide, und der niedrige pH-Wert regt körpereigene Mechanismen zur Abwehr potenziell schädlicher Keime an. Im ausgeglichenen mikrobiologischen Umfeld können sich Pilzerreger in der Regel nicht als Bewohner der Scheidenflora durchsetzen – auch wenn sie sich als flüchtige Gäste gelegentlich dort aufhalten. Mit den hormonellen Veränderungen des Klimakteriums ändert sich das Gleichgewicht im Biotop des Vaginalmilieus und es kann zu spezifischen Formen von Scheidenpilz in den Wechseljahren und in der Zeit nach der Menopause (Postmenopause) kommen.

Auch Pilzerreger lieben Zucker

Milchsäurebakterien sind nicht die einzigen Mikroorganismen, die in der Scheidenflora auf der Grundlage von Zucker gedeihen. Zu den Keimen, die ebenfalls Glukose verwerten, zählen mikroskopisch kleine Pilze aus der Gruppe der Hefen. In der Zeit der Geschlechtsreife sind es in der Regel Hefepilze der Familie Candida albicans, die im Vaginalmilieu überhandnehmen, wenn hormonelle Schwankungen zu einem Anstieg der Östrogenkonzentration im Blut führen. Die Pilzerreger machen sich die reichlichen Zuckerreserven in den Scheidenzellen für ein verstärktes Wachstum zunutze. Als Folge entwickelt sich eine akute Kandidose, die, meist ausgehend von der tiefer gelegenen Vagina, auf den äußeren Schambereich übergreift. Die Begleiterscheinungen einer Scheidenpilzerkrankung sind wohlbekannt: Rötung, Schwellung, Juckreiz und Brennen sowie ein weißlicher, geruchloser Ausfluss mit zäher, teilweise krümeliger Konsistenz gelten als typische Symptome, die auf das unerwünschte Treiben des Pilzes aufmerksam machen.

Hormonelle Veränderungen im Klimakterium

Die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre haben in einer frühen Phase meist einen Anstieg des Östrogenspiegels zur Folge. Erst im späteren Verlauf des Klimakteriums lässt die Östrogenproduktion allmählich nach und kommt in der Zeit nach der Menopause fast ganz zum Erliegen. Als Folge des sinkenden Hormonspiegels stellen sich Rückbildungserscheinungen der Scheide (vaginale Atrophie) ein. Die dünner werdende, zunehmend trockene und schlechter durchblutete Vaginalschleimhaut kann unterschiedliche Beschwerden verursachen. Neben wiederkehrenden Harnwegsinfekten und Harninkontinenz können sich auch Symptome wie Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zeigen, die den Beschwerden einer Scheidenpilzerkrankung ähneln.

Merkmale von Scheidenpilz in den Wechseljahren

Anders als im fruchtbaren Lebensabschnitt betrifft Scheidenpilz nach der Menopause vorwiegend den äußeren Scheidenbereich. Die geeignete Behandlung von Scheidenpilz in den Wechseljahren und nach der Menopause berücksichtigt den typischen Ausbreitungsort des Pilzes, bekämpft das Wachstum der Keime und lindert gleichzeitig die Beschwerden einer trockenen Scheide. Antimykotika, die auf der Grundlage des Arzneistoffs Clotrimazol wirken, eignen sich in der Darreichungsform als Creme für die örtliche Therapie von Scheidenpilz in den Wechseljahren und danach. Die Antipilzmittel sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich und ihre Fähigkeit, unterschiedliche Erregergruppen aus der Familie der Hefen zu bekämpfen, ist vielfach erprobt. Darüber hinaus entlastet eine Creme das nach der Menopause ohnehin empfindlichere Scheidenmilieu.

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Letzte Änderung: 14.06.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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