Bakterielle Vaginose – das Hausmittel Teebaumöl im Check

Frauen, die an einer bakteriellen Entzündung der Scheide (bakteriellen Vaginose) erkrankt sind, leiden vor allem unter dem unangenehm riechenden Ausfluss, der als eines der typischen Symptome auftritt. Viele Betroffene scheuen sich davor, über ihre Erkrankung zu sprechen. Sie fürchten, dass die Infektion als ein Zeichen für mangelnde Hygiene oder ein ausschweifendes Sexualleben angesehen wird. Obwohl beides nicht zutrifft, schieben einige Frauen den Arztbesuch auf und versuchen stattdessen, die bakterielle Vaginose selbst zu bekämpfen. Auf der Suche nach frei verfügbaren Mitteln zur Behandlung der Infektion stoßen Suchende immer wieder auch auf das Teebaumöl. Es soll bei vielerlei Beschwerden wahre Wunder vollbringen. Aber hilft es auch bei einer Scheideninfektion?

Was genau ist Teebaumöl?

Bei Teebaumöl handelt es sich um ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Verwendet werden dabei die Blätter des australischen Teebaums oder auch anderer verwandter Teebaumarten, die wie Eukalyptus und Gewürznelken zur Gattung der Myrtengewächse gehören. Der Hauptbestandteil des Teebaumöls ist Terpinen-4-ol, das auch in Lavendel vorkommt und für blumig-würzige Duftnoten sorgt.

Schon die australischen Ureinwohner nutzten Teebaumöl für verschiedene Zwecke. Unter anderem bekämpften sie damit Läuse und behandelten offene Wunden mit dem Öl. Bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte es auch zur Erste-Hilfe-Ausrüstung der Soldaten in tropischen Gegenden. Es verlor jedoch mit der Entwicklung der modernen Antibiotika rasch an Bedeutung.

Wie soll man Teebaumöl bei bakterieller Vaginose anwenden?

Um die bakterielle Vaginose zu bekämpfen, soll in eine Schüssel mit warmem Wasser ein Teelöffel Teebaumöl gegeben werden. In dieser Lösung soll die betroffene Frau ein Sitzbad nehmen. Alternativ kann sie sie auch für eine Scheidenspülung benutzen. Ein weiteres vermeintlich wirksames Hausmittel wird aus drei Tassen Apfelessig und drei Tropfen Teebaumöl hergestellt. Auch dieses Gemisch soll als Scheidenspülung verwendet werden.

Welche Wirkung hat Teebaumöl?

Allen von einer bakteriellen Vaginose betroffenen Frauen sei an dieser Stelle dringend von der Verwendung von Teebaumöl abgeraten. Es kann dabei durchaus zu gesundheitsschädigenden Effekten kommen.

Es stimmt zwar, dass hochwertiges Teebaumöl eine geringfügige Wirkung gegen Mikroben wie Pilze und Bakterien aufweist, die auch nachgewiesen werden konnte. Inzwischen wurde aber ebenfalls nachgewiesen, dass die Anwendung von Teebaumöl vor allem in geringen Dosen (wie zum Beispiel ein Teelöffel auf mehrere Liter Wasser) zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegen Antibiotika führen kann. Damit wäre also genau das Gegenteil erreicht: Die Vaginose würde sich noch hartnäckiger festsetzen und unter Umständen auch bei einer Behandlung mit nachgewiesenermaßen wirksamen Medikamenten nur langsam zurückgehen. Außerdem geht man heute davon aus, dass bei der Anwendung von Teebaumöl ein erhöhtes Risiko besteht, Kontaktekzeme zu entwickeln. Was das für die empfindlichen Scheidenschleimhäute bedeutet, mag man sich nicht detailliert vorstellen.

Fazit: Lieber zum Arzt

Es ist nicht davon auszugehen, dass mithilfe von Teebaumöl die bakterielle Vaginose therapiert werden kann. Stattdessen drohen Keimresistenzen und Kontaktreaktionen der Schleimhäute.

Es gibt gute Gründe dafür, dass Teebaumöl mit dem Aufkommen der modernen Antibiotika lange Zeit in Vergessenheit geraten ist. Behandeln Sie die bakterielle Vaginose besser mit wirksamen medizinische Mittel. Daher sollten sich betroffene Frauen so früh wie möglich ihrem Gynäkologen oder dem Apotheker anvertrauen – es besteht überhaupt kein Grund zur Scham.

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Letzte Änderung: 14.06.2017

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Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
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Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

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Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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