Milch als Hausmittel bei bakterieller Vaginose?

Milch ist das erste Nahrungsmittel im Säuglingsalter und bereichert den Speisezettel des Menschen im besten Fall ein Leben lang. Milchwirtschaft hat eine jahrtausendealte Tradition. Mit der Darstellung der Käseherstellung auf einem Tempelfries der Stadt Ur am Euphrat (auf dem Gebiet des heutigen Irak gelegen) haben die Sumerer bereits vor über 5.000 Jahren die Bedeutung der Milch für die Ernährungskultur dokumentiert. Milch und Milchprodukte gehören zweifellos zu den vielseitigsten und gesündesten Nahrungsmitteln. Zur bekömmlichen Mischung wertvoller Inhaltsstoffe gehören:

  • Milcheiweiß, das dem menschlichen Eiweiß stark ähnelt
  • Milchfett mit den Vitaminen A, D, E und K
  • Milchzucker
  • Mineralstoffe Magnesium, Jod, Zink und insbesondere Kalzium
  • Vitamine B1, B2, B12 und Folsäure

Milch fördert die gesunde Entwicklung von Knochen und Zähnen bei jungen Menschen, trägt dazu bei, einen Kalziumvorrat für starke Knochen im Alter aufzubauen. Zudem entfaltet sie einen erfrischenden und anregenden Effekt, wenn bei älteren Menschen der Appetit nachlässt. Die Bekämpfung der bakteriellen Vaginose gehört hingegen nicht zum Wirkspektrum der Milch. Als Hausmittel gegen das mikrobiologische Ungleichgewicht im Scheidenmilieu kann sie – trotz aller positiven Eigenschaften – nichts ausrichten.

Milch in der Kosmetik

Nofretete und Kleopatra haben es vorgemacht: Wellnessbäder in Milch hatten schon vor Jahrtausenden bei altägyptischen Schönheiten einen guten Ruf. Die kosmetischen Effekte sollen insbesondere auf die feuchtigkeitsspendende und rückfettende Wirkung des Milchproteins sowie auf die belebenden Vitamine zurückzuführen sein. Ob von der Kuh, vom Schaf oder gar von der Stute: Milchseife, Milchcremes, Milchshampoo & Co. gehören bis heute in die übervollen Regale wohlsortierter Kosmetikfachhändler. Auf Gesicht, Hände und Körper aufgetragen, mögen kosmetische Präparate eine wohltuende Wirkung entfalten. Die Behandlung der Scheidenschleimhaut mit Milch als Hausmittel im Kampf gegen die bakterielle Vaginose ist ein bestenfalls nutzloses Unterfangen.

Beseitigung von Gerüchen ist keine Therapie

Der vermutete Wirkmechanismus der Milch als Hausmittel gegen bakterielle Vaginose beruht offenbar auf ihrer Eigenschaft, Gerüche zu binden. Ein Glas Milch gilt als probates Mittel, um Knoblauchdüfte nach einer mediterranen Mahlzeit verlässlich zu vertreiben. Auch von der Fähigkeit, dumpfe Dünste aus alten Schränken zu beseitigen, ist gelegentlich zu hören. Die Eigenschaft verleitet Frauen offenbar dazu, Sitzbäder in Milch zu nehmen, wenn sie an den Folgen einer Fehlbesiedlung der Scheidenflora leiden. Wie es scheint, zielt die als Hausmittel empfohlene Maßnahme darauf, den unangenehm fischartigen Geruch zu vertreiben, der mit vermehrtem Ausfluss als typisches Symptom einer bakteriellen Vaginose einhergeht. Das Unterfangen macht freilich einen fragwürdigen Eindruck: Offenkundig bleibt es hier bei dem unbefriedigenden Versuch, anstelle vertiefter Ursachenbekämpfung oberflächliche Vertuschung zu betreiben.

Effektive Behandlung der bakteriellen Vaginose

Entgleist im Rahmen einer bakteriellen Vaginose das Gleichgewicht der mikrobiologischen Besiedlung in der Scheidenflora, gehört ein grau-weißlicher Ausfluss mit fischartigem Geruch zu den Leitsymptomen. Die Geruchsentwicklung geht auf die vermehrte Aktivität von Keimen aus der Familie der Mobiluncus-Bakterien zurück und lässt sich nicht beseitigen, solange eine medizinische Therapie das Übel nicht bei der Wurzel packt. Milch ist ein gesundes Lebensmittel und als Inhaltsstoff in Kosmetika sicher unschädlich. Ein Mittel mit antimikrobieller Wirkung ist sie allerdings nicht.

Top

Letzte Änderung: 14.06.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Bayer Vital GmbH, 51368 Leverkusen, Deutschland