Nagelpilz: Medikamente und Arzneistoffe mit Antipilzwirkung

Nagelpilz ist zwar keine bedrohliche, aber eine ausgesprochen hartnäckige Infektionserkrankung. Verursacher sind meist Mikroorganismen aus der Familie der Fadenpilze (Dermatophyten), die im Bereich der Nägel einen idealen Lebensraum finden. Die dichten Hornzellschichten der Nagelsubstanz bieten den von Natur aus hartnäckigen Überlebenskünstlern beste Bedingungen für ungestörtes Wachstum und stellen Antipilzmittel vor die Herausforderung, die Pilzerreger in ihren Verstecken in und unterhalb der Nagelplatte aufzuspüren. Wegen des schwierigen Einsatzgebiets sind zur Bekämpfung von Nagelpilz Medikamente gefragt, die mit zweifachem Wirkansatz gegen die Störenfriede vorgehen und

  • einerseits alle infizierten Nagelteile entfernen und so alle infizierten Regionen bis hin zum Nagelbett verlässlich erreichen,
  • andererseits einen schädigenden Effekt auf die Pilzzellen ausüben, sodass deren Entwicklung zum Erliegen kommt und der befallene Nagel gesund nachwachsen kann.

Antimykotika zur Behandlung von Nagelpilz bedienen sich verschiedener Mechanismen, um ihr Ziel zu erreichen und unterscheiden sich hinsichtlich der Darreichungsform, der Wirkweise, der Anwendungsart und der Anwendungsdauer.

Bei Nagelpilz Medikamente aus der Apotheke anwenden

Nagelpilz ist eine Infektionserkrankung, die nicht von alleine ausheilt und ihre Behandlung gehört in die Verantwortlichkeit bewährter Antipilzmittel mit vielfach erprobter Wirkung. Hausmitteln wie Essig, ätherischen Ölen, Backpulver oder Knoblauch wird sich der Pilzerreger kaum beugen; und über dem Ausprobieren von Rezepten aus Großmutters Kladde vergeht wertvolle Zeit, die dem Keim einen nur mühsam einholbaren Vorsprung verschafft. Ein verlässliches Antimykotikum aus der Apotheke hat es umso schwerer, je später eine effektive Therapie begonnen wird. Dabei steht einer medizinisch sinnvollen Selbstbehandlung hierzulande nichts im Wege: Arzneimittel mit erwiesener Antipilzwirkung stehen in deutschen Apotheken rezeptfrei für eine Therapie in Eigenregie zur Verfügung. In Ländern wie Spanien, Norwegen, Schweden oder den Niederlanden sind Antimykotika hingegen verschreibungspflichtig. Dies gilt es bei der Ausstattung der Reiseapotheke zu bedenken, wenn Auslandsaufenthalte im Zeitraum einer Nagelpilzbehandlung liegen.

Lokal wirksame Antimykotika rechtzeitig anwenden

Je eher bei Nagelpilz ein Medikament zur Anwendung kommt, das die Ausbreitung der zudringlichen Pilzerreger stoppt, desto aussichtsreicher ist ein guter Behandlungserfolg. Antimykotika, die auf der Grundlage unterschiedlicher Wirkmechanismen in den Stoffwechsel der Pilzzellen eingreifen und auf diese Weise deren Entwicklung hemmen, stehen in der Darreichungsform als Creme oder Nagellack in der Apotheke zur Verfügung.

Beim Einsatz von Nagellack Geduld mitbringen

Bei der Anwendung von Nagellack kommt es für Betroffene im Allgemeinen zu einer harten Geduldsprobe: Die Behandlung nimmt bei Fingernägeln etwa sechs und bei Fußnägeln bis zu zwölf Monate in Anspruch. In dieser Zeit geht dem Aufpinseln des Lacks häufig eine mechanische Behandlung der Nagelfläche mit einer Feile voraus. Das Vorgehen zielt darauf, angegriffene Hornzellschichten zu entfernen, damit das Antipilzmittel im Nagellack in tiefere Regionen vordringen und Keime in ihren Verstecken erreichen kann. Eine weniger langwierige Alternative für die örtliche Behandlung bieten bei Nagelpilz Medikamente mit einer kombinierten aufweichenden und Pilz bekämpfenden Wirkung.

Cremes mit kombinierter Wirkung anwenden

Kombinationspräparate, die auf der Grundlage von Harnstoff und dem Antipilzmittel Bifonazol wirken, haben den Vorzug eines doppelten Effekts: Sie weichen die erkrankte Nagelsubstanz auf und schädigen gleichzeitig den Pilzerreger so weit, dass er sein Wachstum einstellt und letztlich abstirbt. In der Darreichungsform als Creme lassen sich die Medikamente gut anwenden. Unter der Einwirkung von Harnstoff sind erkrankte Hornzellschichten nach einem warmen Bad leicht zu entfernen und geben so den Weg in tiefere Schichten der Nagelregion frei. Pilzerreger, die sich bis ins Nagelbett zurückziehen, sind auf diese Weise für das Antimykotikum schneller und leichter erreichbar, sodass eine Behandlungsdauer von etwa sechs Wochen für den gewünschten Therapieerfolg ausreicht und der Nagel gesund nachwachsen kann.

In besonderen Situationen behandelt der Arzt

Während der Schwangerschaft, im Kindesalter und wenn mehr als drei Nägel oder mehr als zwei Drittel der Nagelfläche erkrankt sind, übernimmt der Arzt die Behandlung und verordnet bei Nagelpilz die Medikamente. Bei einem weit fortgeschrittenen Pilzbefall, wenn örtlich wirksame Präparate die Aktivität der Pilzerreger in den erkrankten Arealen nicht allein mehr stoppen können, verschreibt der Arzt zusätzlich eine medikamentöse Therapie mit Tabletten. Über den Blutkreislauf kann das Antimykotikum dann aus dem Körperinneren die Keime bekämpfen. Rasche Gegenmaßnahmen, schon bei ersten Krankheitszeichen und die Anwendung eines rezeptfreien Antimykotikums mit verlässlicher örtlicher Wirkung lassen es meist gar nicht erst so weit kommen.

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Letzte Änderung: 25.01.2017

Pflichtangaben

Canesten® GYN Once Kombi, Canesten® GYN 3-Tage Kombi, Canesten® GYN 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete Kombipackungen: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide und Schamlippen durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien. Anwendungsgebiete 3-Tage-Therapie Vaginalcreme/ -Vaginaltabletten: Infektiöser Ausfluss, verursacht durch Hefepilze; Entzündungen der Scheide durch Pilze - meist Hefepilze der Gattung Candida - sowie überlagernde Infektionen (Superinfektionen) mit clotrimazolempfindlichen Bakterien.
Hinweis für die Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Canesten® Extra Nagelset
Anwendungsgebiete: Zur nagelablösenden Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel an Händen und Füßen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung.
Hinweis: Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten!

Canesten® Extra Creme
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände (einschließlich der Behandlung eines freigelegten Nagelbettes in Folge einer Nagelsubstanz auflösenden Nagelpilztherapie); Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen.

Canesten® Extra Spray
Wirkstoff: Bifonazol
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere Pilze wie Malassezia furfur, sowie Infektionen durch Corynebacterium minutissimum. Dies können sein z.B. Pilzerkrankungen der Füße und Hände; Pilzerkrankungen der übrigen Körperhaut und Hautfalten; sog. Kleienpilzflechte, verursacht durch Malassezia furfur (Pityriasis versicolor); Erkrankung der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma) und oberflächliche Candidosen. Hinweis: Das Spray nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen. Die Spraylösung ist aufgrund des Ethanolgehaltes leichtentzündlich.

Canesten® Creme und Spray
Wirkstoff: Clotrimazol
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Pilzerkrankungen (Mykosen) der Haut (bei Creme zusätzlich: und Schleimhaut), verursacht durch Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur, sowie Hautinfektionen durch Corynebacterium minutissimum.
Hinweis für Creme: Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten.
Hinweis für Spray: Enthält Propylenglycol. Bitte Packungsbeilage beachten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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